Juli 2020

Edgar Selge in »95 Anschläge«:

Als engagierte Zeitgenossen fühlen wir uns verantwortlich für den Zustand der Welt, der Natur, für das, was wir nachfolgenden Generationen überlassen; und da diese Verantwortung mehr ist, als wir tragen können, kann uns zuweilen eine richtige Wut packen auf unsere Passivität, als sei sie an allem schuld.

Aber schuld am Unglück der Welt ist, wie Pascal sagt, unsere Unfähigkeit, ruhig in unserem Zimmer sitzen zu bleiben – also eher die Unruhe als unsere Ruhe. Unsere Schwierigkeiten liegen nicht darin, genügend Aktivität und Engagement zu entwickeln, sondern eher darin, uns ruhig in einem reinen Wahrnehmungszustand auszudehnen.

Edgar Selge: Passivität ist schöpferisch! In: Friederike von Bünau und Hauke Hückstädt (Hrsg.): 95 Anschläge: Thesen für die Zukunft. Frankfurt am Main, 2014. S. 30.

Das scheint mir als gute Beschreibung unserer Zeit zu passen, gerade die der letzten Monate: Statt die SARS-CoV-2-Pandemie auszusitzen, das Virus »austrocknen« zu lassen und dabei »ruhig in unserem Zimmer sitzen zu bleiben«, drängt es die Menschen in Unruhe heraus, als könnten sie die Ruhe nicht ertragen.

Nun, dann und wann erfreue auch ich mich am Eskapismus in virtuelle Welten: Dabei interessieren mich die kleinen, auch merkwürdigen, Spiele; lasse ich mich von Super Level Lost Levels inspirieren und bin Jahre hinter dem Hype.


Heute: Catlateral Damage. Der »first-person destructive cat simulator« stand wohl schon länger auf meiner Liste: Der cheesige Infomercial-Clip ist immerhin von 2015, der erste (und einzige) Bericht bei Super Level von 2014 und die offizielle Website habe ich mir spätestens seit Dezember 2018 gemerkt!

Bis zum Vergnügen des Auf-Schränke-und-Tische-Springens und Regalmeter-weise-Bücher-herunter-Stupsens galt es aber ein Installations-Minigame zu lösen: Unter macOS Catalina (10.15.5) lies sich die Spiele-Datei, trotz 64-Bit-Version, nicht starten: »The application „Catlateral Damage (64-bit)“ can’t be opened.« OK, Google: Anscheinend liegt es an der Art, wie das macOS-eigene Archivierungsprogamm die ZIP-Datei entpackt, mit The Unarchiver entpackt, funktioniert es und die Spiele-Datei lies sich starten. Nur noch der macOS-Sicherheits-Limbo und: RAMPAGE!

Pow, Pow, Meow! Aber halt, schon am Ende des Tutorials geht es nicht weiter: Das Bild ist von der Wand geholt, aber es wird nicht als zerstört erkannt und im Pause-Menü funktioniert der Quit-Button nicht. Merkwürdig. Hey Siri: Anscheinend mag es das Spiel nicht, wenn es nicht im vorgesehenem Ordner liegt … Also: Ab damit in den großen Programme-Ordner und das Spiel schnurrt wie ein zufriedenes Kätzchen nach einem Zerstörungsfeldzug durch die Wohnung.