#philosophie

Edgar Selge in »95 Anschläge«:

Als engagierte Zeitgenossen fühlen wir uns verantwortlich für den Zustand der Welt, der Natur, für das, was wir nachfolgenden Generationen überlassen; und da diese Verantwortung mehr ist, als wir tragen können, kann uns zuweilen eine richtige Wut packen auf unsere Passivität, als sei sie an allem schuld.

Aber schuld am Unglück der Welt ist, wie Pascal sagt, unsere Unfähigkeit, ruhig in unserem Zimmer sitzen zu bleiben – also eher die Unruhe als unsere Ruhe. Unsere Schwierigkeiten liegen nicht darin, genügend Aktivität und Engagement zu entwickeln, sondern eher darin, uns ruhig in einem reinen Wahrnehmungszustand auszudehnen.

Edgar Selge: Passivität ist schöpferisch! In: Friederike von Bünau und Hauke Hückstädt (Hrsg.): 95 Anschläge: Thesen für die Zukunft. Frankfurt am Main, 2014. S. 30.

Das scheint mir als gute Beschreibung unserer Zeit zu passen, gerade die der letzten Monate: Statt die SARS-CoV-2-Pandemie auszusitzen, das Virus »austrocknen« zu lassen und dabei »ruhig in unserem Zimmer sitzen zu bleiben«, drängt es die Menschen in Unruhe heraus, als könnten sie die Ruhe nicht ertragen.

Micha Brumlik in der taz:

Kurzum: Immanuel Kant hatte zwar rassistische Vorurteile, glaubte aber nicht daran, dass „Rasseeigenschaften“ angeboren und unveränderlich seien. Er war zudem ein Gegner von Leibeigenschaft wie Sklaverei und schon früh einer der schärfsten Kritiker der kolonialen Expansion europäischer Staaten. Dieses Denkmal kann, nein, muss geradezu stehen bleiben.

Ohne die Diskussion zu überblicken, so scheint mir dies eine gute Einordnung und Zusammenfassung zu sein.

Das Sammeln von teueren, exklusiven oder seltenen Schuhen erscheint mir als eine Verlängerung der Zweck-Mittel-Reihe im Sinne Simmels: Der Schuh wird nicht mehr zum Schutz der Füße verwendet (Zweck) sondern zu einem Sammelerstück, das z.T. gar nicht zum tragen genutzt, also verwendet, wird, sondern nur zum sammeln und besitzen.