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Edgar Selge in »95 Anschläge«:

Als engagierte Zeitgenossen fühlen wir uns verantwortlich für den Zustand der Welt, der Natur, für das, was wir nachfolgenden Generationen überlassen; und da diese Verantwortung mehr ist, als wir tragen können, kann uns zuweilen eine richtige Wut packen auf unsere Passivität, als sei sie an allem schuld.

Aber schuld am Unglück der Welt ist, wie Pascal sagt, unsere Unfähigkeit, ruhig in unserem Zimmer sitzen zu bleiben – also eher die Unruhe als unsere Ruhe. Unsere Schwierigkeiten liegen nicht darin, genügend Aktivität und Engagement zu entwickeln, sondern eher darin, uns ruhig in einem reinen Wahrnehmungszustand auszudehnen.

Edgar Selge: Passivität ist schöpferisch! In: Friederike von Bünau und Hauke Hückstädt (Hrsg.): 95 Anschläge: Thesen für die Zukunft. Frankfurt am Main, 2014. S. 30.

Das scheint mir als gute Beschreibung unserer Zeit zu passen, gerade die der letzten Monate: Statt die SARS-CoV-2-Pandemie auszusitzen, das Virus »austrocknen« zu lassen und dabei »ruhig in unserem Zimmer sitzen zu bleiben«, drängt es die Menschen in Unruhe heraus, als könnten sie die Ruhe nicht ertragen.

Gestalten heißt also richtig sehen, konzentrieren und steigern, das Maximum hervorholen, die Leidenschaft an jedem Leidenschaftlichen bloßlegen, die Schwäche in jeder Stärke erkennen, die schlummernden Kräfte heraustreiben.

Stefan Zweig: Balzac: Roman seines Lebens. Frankfurt am Main, 2004. 14. Auflage. S. 236 f.

Der Schriftsteller Stefan Zweig über das kreative Talent des französischen Literaten Honoré Balzac. Und eine romantische, aber dennoch interessante Definition des Begriffs ›Gestaltung‹.

Wie wir ja gesehen haben, ist Komodo mittlerweile ein geschützter Nationalpark. Wir haben den Punkt erreicht, an dem ein aktives und unverzügliches Einschreiten zum Schutz seltener Arten notwendig ist, was üblicherweise durch öffentliches Intresse unterstützt wird. Und öffentliches Interesse wird durch öffentlichen Zugang aufrechterhalten. Wenn man diesen Zugang sorgfältig kontrolliert und die Zerstörung auf ein Minimum begrenzt, funktioniert es prima und ist schön und gut. Glaube ich. Obwohl ich nicht behaupten kann, daß mir dabei ganz wohl ist.

Douglas Adams und Mark Carwardine: Die Letzten ihrer Art: Eine Reise zu den aussterbenden Tieren unserer Erde. München, 2010, 31. Auflage. S. 52.

Der Zusammenhang und das Zusammenspiel von ›öffentlichem Interesse‹ und ›öffentlichem Zugang‹ zu Dingen – etwa Informationen – finde ich einen wichtigen Aspekt bei der Diskussion was ›öffentlichen Interesse‹ ist und wie es sich konstituiert, das hier von Douglas Adams am Beispiel von Nationalparks recht gut illustriert wird.